Verdünnungsklassen

Parfüm besteht hauptsächlich aus reinem Alkohol der mit natürlichen oder synthetisch hergestellten Duftstoffen gemischt wird. Je nachdem wie viel Duftstoff enthalten ist, unterscheidet man verschiedenen Verdünnungsklassen. Die im Handel üblichsten Klassen sind:

Eau de Parfum (EdP) ca. 10% bis 15% Duftstoff

Eau de Toilette (EdT) ca. 6% bis 9% Duftstoff

Eau de Cologne (EdC) ca. 3% bis 5% Duftstoff

Allerdings ist zu beachten, dass diese Angaben nicht fest genormte Konzentrationen sind, sondern es vielmehr von den einzelnen Herstellern abhängig ist, wie Sie Ihre Kreationen einstufen. Die Angabe der Verdünnungsklasse auf der Verpackung ist also eher eine Orientierungshilfe für den Käufer.

Auch die genaue Zusammensetzung der Duftstoffe hat einen Einfluss auf die Stärke des Dufts. So kann es sein, dass ein Eau de Toilette intensiver duftet als ein Eau de Parfüm, da die Konzentrationen ähnlich stark sein und die verwendeten Duftstoffe einen bereits intensiveren Geruch haben können.

Sollte ein Hersteller eine Duft in verschiedene Verdünnungsklassen anbieten, beispielsweise als Eau de Parfum und als Eau de Toilette muss sich dieser aber nicht nur in der Konzentration der Duftstoffe unterscheiden. Da die einzelnen Duftstoffe in unterschiedlichen Konzentrationen auch im Zusammenspiel anders wirken, ist es durchaus möglich, dass Hersteller auch völlig andere Duftstoffe zur Rezeptur hinzufügen und andere wiederum weglassen, obwohl das EdP und das EdT den gleichen Namen tragen. So kann es sein, dass eine Eau de Parfum Variante eines Dufts deutlich anders riecht als das entsprechende Eau de Toilette.

Aufbewahrung

Ein Parfum kann bei richtiger Lagerung durchaus 20 Jahre unbeschadet überstehen. Es ist aber wichtig Düfte an einem geeigneten Ort aufzubewahren um möglichst lange Freude daran zu haben.

Licht und hohe Temperaturen können einem Parfum schaden. Setzt man ein Parfum zu lange dem Sonnenlicht aus, beispielsweise wenn ein Glas-Flakon neben einem Fenster aufbewahrt wird, reagieren die Duftmoleküle mit der UV-Strahlung und verändern sich. Das Parfüm riecht dann ranzig, kann sich verfärben oder ölig werden. Man spricht in diesen Fällen von  „gekippten Düften“.

Temperaturschwankungen hingegen rauben dem Duft die Kraft. Ist ein Parfum zu häufig Temperaturwechseln ausgesetzt wird er schlapp und riecht schwach, die Duftstoffe des Parfums laugen aus. Daher lagern wir unsere Parfums grundsätzlich trocken in der Originalverpackung und bei eher kühler Zimmertemperatur.

Ein guter Aufbewahrungsort ist ein Schlafzimmerschrank, die Temperaturen schwanken hier im Sommer wie im Winter kaum da auch im Winter meist nicht zu sehr geheizt wird, es ist trocken und Licht kann Ihrem Lieblingsduft so auch nichts anhaben. Gut ist es auch, das Parfum in der  Verpackung aufzubewahren, so kann ebenfalls kein Licht an den Flakon kommen. Sollten Sie Ihr Parfum dennoch lieber sichtbar aufbewahren, stellen Sie es am besten an einen Ort der möglichst weit von natürlichen Lichtquellen, wie den Fenstern, entfernt ist.

Handhabung

Ein Parfum entwickelt sich nach dem Aufsprühen auf der Haut, es geht mit dem eigenen Körpergeruch und der Körperwärme eine Verbindung ein und entfaltet sich über Stunden in seinen verschiedenen Facetten.

Um einen Duft optimal wirken zu lassen, empfiehlt es sich ihn dort aufzusprühen. wo der Körper warm ist, auf gut durchblutete Körperstellen. Hinter den Ohrläppchen, in den Ellenbogen oder am Puls ist es ideal. Auch frisch gewaschene Haare oder Kleidung aus Naturfasern können einen Duft lange halten, hier entwickelt er sich allerdings nicht optimal da die direkte Körperwärme fehlt.

Je früher am Tag desto weniger Duft – so könnte eine Faustregel bei der Verwendung von Parfums lauten. Die Nase ermüdet, im Laufe des Tages, daher ist es von Vorteil, morgens auf der Arbeit im Büro etwas weniger Parfum aufzutragen. Zur späteren Stunde etwa beim Ausgehen, hingegen trägt man etwas mehr Parfum auf, damit die müde Nase des Gegenübers den Duft gut wahrnimmt.

Duftentwicklung

Jeder Duftbestandteil eines Parfums hat seine ganz spezifische Flüchtigkeit, so entsteht eine regelrechte Entwicklung eines Dufts im Verlauf der Zeit. In der Fachsprache zerlegt man ein Parfum in drei Entwicklungsphasen die Kopfnote, die Herznote und die Basisnote.

Duftstoffe der Kopfnote sind sehr prägnant, sie werden direkt nach dem Aufsprühen am deutlichsten wahrgenommen, verflüchtigen sich aber auch verhältnismäßig schnell wieder.

Die Herznote bezeichnet den zweiten Eindruck eines Parfums, sie bildet seinen Charakter.

Die Basisnote sind die schweren Bestandteile eines Dufts, der oft noch am nächsten Tag, bei besonders hochwertigen Parfums auch noch nach mehreren Tagen wahrgenommen wird.

Es ist daher auch nur schwer möglich, sich einen guten Eindruck von einem Parfum in einer Parfümerie zu machen, da hier in der Regel ein Duft, direkt nach dem Aufsprühen, nach seiner Kopfnote bewertet wird. Sucht man ein neues Parfum, empfiehlt es sich daher eine Parfümerie zwei mal zu besuchen, erst zum Aufsprühen und ein zweites Mal, nach einer halben Stunde, wenn man die Herznote gerochen hat und das Parfum dann gut gefällt.

Zu oft kann man allerdings nicht testschnuppern, die Nase ermüdet nämlich recht schnell, nach ca. sechs verschiedenen Düften, bei besonders schweren Düften eventuell auch nur drei, schaltet die Nase ab und eine gute Unterscheidung ist nicht mehr möglich. Ähnlich ist es wenn man einen Duft permanent einatmet, zum Beispiel wenn man ihn am Hals oder im Gesicht aufgetragen hat. Nach einigen Minuten nimmt man den Duft selbst nicht mehr wahr, da die Nase den Duft dann ausblendet. Man spricht hier von Duftblindheit, Adaption oder Gewöhnung.